Möltenorter
Seglerkameradschaft

Planungen zur Umgestaltung und Nutzung des Möltenorter Yachthafens

18.11.15

Planungen zur Umgestaltung und Nutzung
des Möltenorter Yachthafens 
von Holger Scheidler

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Die in den Gemeindegremien laufenden Planungen zur Umgestaltung und zur Nutzung des Möltenorter Yachthafens werfen in der letzten Zeit immer wieder Fragen auf. Wir haben dies zum Anlass genommen, die Ausgangslage zu schildern und haben unseren Heikendorfer Bürgermeister Alexander Orth befragt, um Informationen aus erster Hand zu erhalten. Wir werden auch in der Zukunft am Thema bleiben und darüber berichten.

 

Ausgangslage

Der Möltenorter Yacht- und Fischereihafen befindet sich im Besitz der Gemeindewerke Heikendorf. Diese sind auch für den Betrieb des Hafens zuständig. Der Yachthafen bietet Liegeplätze für 144 Segelyachten und ca. 50 kleinere Boote, im Fischereihafen liegen 43 Sportboote. Gastplätze sind nicht spezifisch ausgewiesen, durch zeitweise Abwesenheit von Dauerliegern sind in der Saison aber ca. 2000 Übernachtungen von Gastliegern möglich. Die Summe der Einnahmen aus dem Sportbootsektor beläuft sich damit auf ca. 295.000 € pro Jahr.

Die Mitglieder der Möltenorter Seglerkameradschaft beurteilen den Yachthafen hinsichtlich des gegenwärtigen Zustandes und der Unterhaltung der Hafenanlage, der Liegeplätze und der zugehörigen landseitigen Serviceeinrichtungen sowie die Betreuung durch die Hafenmeisterei durchweg sehr positiv. Dieses wird auch in Gesprächen mit Gastliegern immer sehr betont und schlägt sich in entsprechend hohen Anlaufzahlen nieder.

Natürlich gibt es seitens der Nutzer immer wieder Vorschläge zu Verbesserungen bzw. Neuerungen. Auf der Liste der MSK für zukünftige Nutzergespräche mit den Gemeindewerken stehen u.a. Angelegenheiten wie die Erneuerung des Jollensteges, die Verbesserung der Slipanlage, eine für Segler praktikable Fäkalienentsorgung und ein hafenüberdeckendes WLAN-Netz. Diese Wünsche führen zu deutlich verbessertem Komfort und lassen sich in der Routine des Hafenunterhaltes durch die Gemeindewerke sicherlich zeitnah realisieren.

Von der Einführung einer Kurabgabe und einer erweiterten Parkgebührenordnung durch die Gemeinde Heikendorf in der 2. Jahreshälfte 2015 sind die Segler nicht unberührt geblieben. So müssen Gäste sowie Dauerlieger, die ihren Wohnsitz außerhalb der Gemeinde haben, pro Übernachtung an Bord die Tageskurabgabe zahlen. Hinsichtlich des Parkens in den hafennahen Parkzonen ist für die Dauerlieger ein auf das Kfz bezogener, saisonaler Parkausweis in den Liegegebühren enthalten. Für die MSK stehen neben den 6 eigenen Parkplätzen am Heim zusätzlich bis zu 10 neutrale Parkausweise (zu je 15€ pro Jahr) für Funktionsträger und Trainer zur Verfügung.

Fragen zu aktuellen Planungen

Wie immer wieder Presseartikeln über Heikendorf oder dem Bürgerinformationssystem zu entnehmen ist, befinden sich Vorhaben der Gemeinde in der Planung bzw. Diskussion, die auf die Nutzung des Hafens durch die Segler mehr oder weniger Auswirkungen haben können. Hierzu hat die MSK fünf Fragen an Bürgermeister Orth formuliert:

1.  Uns ist aus der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses vom 1.6.2015 die Bauvoranfrage für den Bau eines Fischereimuseums räumlich angrenzend an das Hafen-Servicegebäude bekannt. Entspricht das dem jetzigen Planungsstand?

Antwort zu 1. :

Die aktuelle Bauvoranfrage ist zurückgezogen worden. Derzeit wird darüber nachgedacht, doch das derzeitige Hafenbetriebsgebäude als Museum zu nutzen und unmittelbar angrenzend die Toiletten und Duschen in einem neuen Gebäude unterzubringen. Das Büro des Hafenmeisters würde im jetzigen Gebäude verbleiben. Die Service-Räume wären sowohl von der Landseite wie auch über den Steg vor dem Hafenbetriebsgebäude erreichbar. Eine entsprechende Planung wird dem Aufsichtsrat der Gemeindewerke zu seiner nächsten Sitzung zur Beurteilung vorgelegt. Sollte diese positiv ausfallen, wären als nächster Schritt die Gremien der Gemeindevertretung zu beteiligen.

2.  Wir wollen aus funktionalen und finanziellen Gründen, dass das Servicegebäude am jetzigen Standort erhalten bleibt. Wie stehen Sie dazu und unterstützen Sie dieses?

Antwort zu 2. :

Die unter 1. skizzierte Darstellung würde m. E. Ihre Wünsche voll berücksichtigen. Die Wege wären praktisch identisch mit den bisherigen. Ggf. könnte die Gelegenheit genutzt werden, die Räume mit zusätzlichen Funktionen zu versehen. Die von Ihnen genannten finanziellen Gründe verstehe ich nicht recht. Klar ist, dass weder die Gemeinde noch die Gemeindewerke durch ein solches Gebäude finanziell belastet werden dürfen. Insofern kann es auch nicht zu einer zusätzlichen finanziellen Belastung der Segler bedingt durch das Museum kommen. Ich halte diesen Ansatz für sinnvoll, zumal sich hieraus auch Verbesserungen für die Infrastruktur des Hafens ergeben können.

3.  Was ist der aktuelle Stand der Planung hinsichtlich der Straßenführung im Vorfeld des Yachthafens? Bei Umplanungen muss die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen im Trainingsbetrieb gegenüber dem jetzigen Zustand verbessert werden.

Antwort zu 3. :

Derzeit gibt es keinen Planungsstand in Sachen Straßenführung. Im Rahmen der Überplanung des Fördewanderweges wird der Bereich Hafen frühestens 2016 eher wohl 2017 in Angriff genommen.
Gemeinsam mit der Stadt Kiel hat Heikendorf eine Bewerbung für eine Landesgartenschau abgegeben. Diese war ursprünglich für das Jahr 2020 vorgesehen, verschiebt sich aber mindestens um ein Jahr. Sollte Kiel Mitausrichter der Olympischen Spiele 2024 werden, wird die LGS vermutlich aufgrund von Kapazitätsproblemen nicht durchgeführt. Die Entscheidung wird vermutlich 2017 fallen. Demnach erscheint es mir nicht sinnvoll, vorher über die Gestaltung im Hafenbereich nachzudenken.
Wir haben derzeit nur vorbereitende Untersuchungen für eine Herrichtung des Parkplatzes am Röhrskrog in Auftrag gegeben, um dann, wenn die Planung für diesen Bereich in Angriff genommen wird ausreichende Daten zu haben. Ich bitte deshalb um Verständnis, dass hier noch keine konkreteren Aussagen gemacht werden. Grundsätzlich könnte ich mir durch eine Verlegung der Straßenführung eine deutliche Aufwertung des Hafenvorfeldes vorstellen. Ob diese Einschätzung bei näherer Betrachtung nicht durch negative Auswirkungen revidiert werden muss bleibt abzuwarten.

 

4.  Ist es aus Ihrer Sicht sichergestellt, dass im Falle einer Fusion der Gemeindewerke Heikendorf und Schönkirchen die Trägerschaft des Hafens durch die Gemeindewerke erhalten bleibt?

Antwort zu 4. :

In den bisherigen Gesprächen über eine Fusion wurde von beiden Seiten übereinstimmend festgestellt, dass der Hafen auch nach Fusion durch die neuen Werke betrieben wird. Es wurde ebenfalls festgelegt, dass die Kostenrechnung des Hafens aus der allgemeinen Rechnung ausgegliedert und der Gemeinde Heikendorf zugeordnet wird. Hierdurch ist sichergestellt, dass Gebührensatzung, Investitions- und Unterhaltungsmaßnahmen etc. allein der Heikendorfer Seite obliegen. Es wird also nach einer möglichen Fusion keine Änderungen bezüglich des Hafens geben. Ich könnte mir vorstellen, dass Maßnahmen im Hafen dann wieder verstärkt direkt in der Vertretung behandelt werden, wie es zu der Zeit, als die Gemeindewerke noch von einem Werkausschuss begleitet wurden der Fall war.

 

5.  Können Sie ausschließen, dass der Hafenbetrieb privatisiert wird?

Antwort zu 5. :

Mir sind keine Bestrebungen bekannt, dass irgendeine politische Kraft in Heikendorf an eine Privatisierung des Hafens denkt. Ich selbst würde eine Privatisierung strikt ablehnen.

 

Soweit die Antworten unseres Bürgermeisters zum jetzigen Stand der Planungen. Dafür bedanken wir uns. Wir, die MSK, werden in einem Arbeitskreis diese Projekte weiterhin verfolgen und dazu Stellung nehmen.

(hs)  siehe auch MSK-Logbuch 2-2015

 


 
MSK Möltenorter Seglerkameradschaft e.V.