Eisarschregatta 2020

Eisarschregatta 2020

Wagemutige Männer in Ihren schwimmenden Kisten

Am 19.01. war es wieder soweit – die 9. Eisarschregatta der MSK stand auf dem Programm und ganz offensichtlich hatten auch mittlerweile die wetterverantwortlichen Himmelsregenten Ihren Gefallen an diesem Event gefunden, denn der blaue Himmel und die Sonne strahlten um die Wette, dazu gesellte sich eine leichte Nordwestbrise mit 2 bis 3 Bft. Perfekte Bedingungen  also für eine Riesengaudi. So war es wahrlich nicht immer. Gleiches galt für die Anzahl der aktiven Teilnehmer. Bekam man in den Jahren zuvor teils kaum genug Segler für das Podest zusammen, konnten wir uns dieses Jahr vor Aktiven kaum retten.

Noch vor Eröffnung der Wiegestation standen sie dort und konnten es kaum erwarten. Insgesamt 9 Segler – inklusive mir –, die es kaum erwarten konnten, endlich auf die Regattabahn geschickt zu werden. Doch vor dem Spaß stand zunächst die Konfrontation mit der – teils bitteren – Wahrheit. Da das Meldegeld der Eisarschregatta in Abhängigkeit vom Körpergewicht festgesetzt wird (je schwerer, desto teurer), sollten wir alle zunächst auf die Rinderwaage. Ein Vorgang, der in erster Linie zur Belustigung der Organisatoren dient. Da war es nur verständlich, dass sich insbesondere diejenigen, denen der Weihnachtsbraten noch auf den Hüften hockte, mittels eines sehr großzügig bemessenen Meldegeldes von dieser Demütigung freizukaufen erhofften. Nun, zumindest in meinem Fall hat das ziemlich gut geklappt.

Gebracht hat es mir allerdings nichts, mir war das Segeln leider nicht vergönnt. Aufgrund einer unvorhergesehenen, weiteren Meldung wuchs das Teilnehmerfeld auf 10 Aktive an, was in Anbetracht der geplanten 9 Läufe eine eher ungünstige Zahl war. So wurde ich von Kay, den ich zuvor durch einen unfassbar genialen wie auch perfiden Schachzug zum Moderator der Veranstaltung gemacht hatte, von der Teilnahme ausgeschlossen und stattdessen zum Co-Moderator ernannt. Das hatte ich mir in der Tat anders vorgestellt, aber wie heißt es doch: wer anderen eine Grube gräbt…

Währenddessen schleppte die große Schar herangeeilter Helfer Bierbänke und Tische, Glühwein, Grill, Würsten, Kuchen und was man sonst noch so brauchte auf die Mole am Mastenkran und traf die letzten Vorbereitungen.

Pünktlich um 12 versammelten sich die Segler zur Skipperbesprechung im Vereinsheim. Bis dahin hatte Gorch Stegen vom WVM bereits einige Runden mit dem Opti im Hafen gedreht und sich mit Material und Wetterbedingungen vertraut gemacht. Die Vorbereitung der MSK-Segler unterschied sich hiervon teils erheblich und bestand nach glaubhaften Berichten aus der einen oder anderen Runde Jubi zur Erreichung der notwendigen Betriebstemperatur. Dies sollte sich später rächen.

Um 13 Uhr schickte die Wettfahrtleitung, repräsentiert durch Marion Liebetrau, dann den ersten Lauf auf die Bahn. Das gewählte 2-Minuten-Startverfahren sorgte für Spannung von Anfang an, gleichwohl das Zeitfenster für einige Segler kaum reichte, um die vom Jollensteg ca. 15 Meter entfernte Startlinie zu erreichen. Den Windverhältnissen war dies jedoch nicht zuzuschreiben. Gesegelt wurde ein Up- and Down-Kurs, also Start am Mastenkran, dann um eine an der Hafeneinfahrt ausgelegten Tonne und zurück zur Ziellinie am Mastenkran.

Mittlerweile hatte sich auf der Mole eine sehr ansehnliche Zuschauermenge versammelt und unter den teils motivierenden, teils erklärenden, größtenteils jedoch bissigen und vielleicht sogar leicht bösartigen Kommentaren der Moderatoren (Kay und mir) wurde Lauf um Lauf gestartet . Während die Segler von uns verbal gepiesackt und mit diversen, nicht ganz ernst und vor allem nicht gut gemeinten Ratschlägen begleitet wurden, ließen sich die Sehleute auf der Pier Bratwurst, Kuchen und Glühwein schmecken. Ihnen schien es zu gefallen, denn es wurde immer voller und so brandete zum Zieldurchgang der einzelnen Läufe teils frenetischer Applaus auf.

Insgesamt 9 Mal mussten die Segler ran, dann waren alle Läufe gesegelt und die Sache entschieden.

Schon früh zeichneten sich jedoch die Tendenzen auf den ersten und den letzten Platz ab. Während der Sieger der Vorjahre, Gorch Stegen, jeden seiner Läufe für sich entscheiden konnte, gelang dies ebenso Owe Otzen – wenn man die Tabelle anders herum hielt. Aber im Mittelfeld, da sollte es richtig spannend werden. Insbesondere unser erster Vorsitzende Jens Meincke konnte die Ergebnisse kaum erwarten, wollte er doch wissen, wie seine extra aus Strande angereisten Enkel abgeschnitten haben. Nun, schlussendlich konnte er einmal mehr sehr zufrieden mit der Familienleistung sein.

Hier die Ergebnisse:

Platz 1: Gorch Stegen, WVM

Platz 2: Jaard Paulsen, MSK

Platz 3: Florian Faßbender, MSK

Platz 4: Uwe Drichelt, MSK

Platz 5: Klaus Ermoneit, MSK

Platz 6: Jan Grönlund, MSK

Platz 7: Jasper Paulsen, MSK

Platz 8: Rasmus Burmeister, MSK

Platz 9 – und damit Sieger der Herzen und Gewinner der wunderbaren Eisarschhose: Owe Otzen

 

Ein großes  Dankeschön geht nochmals an alle Organisatoren und Helfer, die durch Auf- und Abbau, Verkauf von Speisen und Getränken, Auf- und Abtakeln der Optis, das Ausrichten der Wettfahrten, die Sicherung der Segler auf dem Wasser (Danke, Paul!) und durch die vielen kleinen und großen Handgriffe diese Veranstaltung überhaupt erst möglich und zu einem großen Erfolg gemacht haben.

Ich freue mich schon jetzt auf die 10. Eisarschregatta 2021!

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